Vitamine des B-Komplexes

Vitamin B1 (Thiamin)

Vitamin B1 (Thiamin) ist für die Verwertung von Kohlenhydraten (Zuckerstoffen) und damit für die Energiegewinnung aller Körperzellen von herausragender Bedeutung. Es unterstützt die normale Funktion des Nervensystems und des Herzens. Es schützt das Herz in Phasen starker Belastungen. Vitamin B1 beeinflusst die Vitalität und die Erholung des Körpers nach körperlicher Anstrengung. Es reguliert das seelische Gleichgewicht und ist für die gesunde Entwicklung des ungeborenen Kindes unbedingt notwendig

 

Ein Mangel an Vitamin B1 kann sich durch einen lang anhaltenden Muskelkater nach körperlicher Belastung bemerkbar machen. Das Nervensystem reagiert auf einen Vitamin B1-Mangel mit einer Neigung zu Nervenentzündungen, Kopfschmerzen bis hin zur Migräne, Schlafstörungen, Rückenschmerzen und Ischiasbeschwerden. Schon bei geringen Anstrengungen tritt Kurzatmigkeit auf, es besteht die Neigung zu Herzrasen, Herzstolpern und Herzklopfen. Häufig tritt eine Appetitlosigkeit auf, es kann zu Gewichtsverlust und Erschlaffung des Darmes mit Verstopfung und Darmkrämpfen kommen. Ein Vitamin B1-Mangel zeigt sich häufig auch durch eine herabgesetzte Vitalität mit Müdigkeit, Unlust und Energielosigkeit, Neigung zu Depressionen, Angstzuständen, Vergesslichkeit und Reizbarkeit. Nicht selten treten auch Muskelkrämpfe auf. Während der Schwangerschaft kann sich beim Kind eine Hasenscharte entwickeln.

 

Gute Quellen für Vitamin B1 in der Nahrung sind Vollkornprodukte, Erdnüsse, Gemüse und Salate.

 

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Vitamin B2 (Riboflavin)

Vitamin B2 (Riboflavin) ist für die Verwertung von Kohlenhydraten (Zuckerstoffen), Fetten und Eiweißen erforderlich. Vitamin B2 unterstützt dadurch den Aufbau und die Regeneration aller Körperzellen. Es gewährleistet außerdem eine ausreichende Energiegewinnung der Zellen. Es unterstützt die Bildung des roten Blutfarbstoffes und fördert die Durchblutung und die Regeneration der Haut. Vitamin B2 ist für die normale Funktion und Regeneration der Haut und aller Schleimhäute sehr wichtig. Es steuert das gesunde seelische Verhalten und ist für die Bildung der Sexualhormone von großer Bedeutung.

 

Ein Mangel an Vitamin B2 macht sich durch Muskel- und Wadenkrämpfe bemerkbar. Das Nervensystem reagiert auf einen Vitamin B2-Mangel mit einer Neigung zu Schlafstörungen und Depressionen. Die Haut wird schuppig und trocken und neigt zur Bildung von Mitessern. Die Haare werden fettig, die Nägel werden hart und splittern leicht. Die Lippen werden glatt, glänzend und rissig, es bilden sich nässende, borkig belegte Fissuren an den Mundwinkeln. Die Mundschleimhaut neigt zur Austrocknung, häufig treten Entzündungen der Mund- und Nasenschleimhaut auf. Die Augen neigen zur Bindehautentzündung, zum Tränen und zum schnellen Ermüden. Ein Vitamin B2-Mangel zeigt sich häufig auch durch Abgeschlagenheit, Lustlosigkeit und Antriebsschwäche.

 

Gute Quellen für Vitamin B2 in der Nahrung sind Vollkornprodukte, Gemüse, Milch und Milchprodukte sowie Eier.

 

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Niacin (Vitamin B3)

Niacin ist für die seelische und geistige Gesundheit absolut notwendig. Es steuert den Stoffwechsel von Fett- und Aminosäuren, Kohlenhydraten und Cholesterin sowie den Energiestoffwechsel. Niacin ist wichtig für die Bildung der Sexualhormone sowie der Hormone der Schilddrüse und der Nebennieren. Niacin beeinflusst den Stoffwechsel der Leber und hat Bedeutung für den Abbau der Sexualhormone (wichtig für den Menstruationszyklus der Frau). Niacin ist wichtig für die Antikörper- und Prostaglandinbildung. Prostaglandine mildern Unverträglichkeitsreaktionen der Immunabwehr. Vitamin B3 erhält die Haut jung, elastisch und geschmeidig und verbessert die Sonnenverträglichkeit. Schließlich fördert Niacin die Durchblutung aller Organe.

 

Bei einem Niacin-Mangel kommt es häufig zu Nervosität, Vergesslichkeit, Energiemangel, Schlafstörungen, Neigung zu Angstzuständen und Schwindelanfällen sowie Müdigkeit. Es besteht eine verstärkte Anfälligkeit gegenüber Infektionen und Allergien. Es können Schäden des Lebergewebes und Entzündungen des Darmes mit Verstopfung oder Durchfall auftreten. Die Haut zeigt häufig sonnenbrandartige Rötungen, die sich bei Sonnenbestrahlung verschlimmern. Besonders die Haut an Knien und Ellenbogen wird grau und rissig, die Hände wirken alt und grau (Waschfrauenhände). Die ganze Haut erscheint trocken, ledrig und frühzeitig gealtert.

 

Gute Quellen für Niacin (Vitamin B3) in der Nahrung sind Vollkornprodukte, Hefe, Erdnüsse, Pilze, Fisch und Milchprodukte.

 

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Pantothensäure (Vitamin B5)

Pantothensäure ist an der Umwandlung von Fetten und Kohlenhydraten in Energie beteiligt. Es fördert die Hormonbildung in der Schilddrüse und in den Nebennieren. Pantothensäure verhindert die Abwanderung des Calciums aus dem Knochengewebe. Sie unterstützt die Immunabwehr des Körpers und schützt die Schleimhäute vor Infektionen. Pantothensäure fördert das Haarwachstum und schützt vor frühzeitigem Ergrauen. Es unterstützt die Funktion des Lymphsystems und schützt das ungeborene Kind vor Hirn- und Augenschäden.

 

Bei einem Mangel an Pantothensäure treten Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Muskelkrämpfe, Schlaflosigkeit und Neigung zu Depressionen auf. Wunden heilen oft schlecht. Hände und Füße schlafen häufig ein, oft verspürt man auch ein unangenehmes Kribbeln und Brennen. Nicht selten treten Knochenschmerzen auf. Die Anfälligkeit gegenüber Infektionen und Allergien nimmt zu. Der Darm neigt zu Entzündungen mit starken Blähungen. Der Haarwuchs kann gestört sein, es besteht die Neigung zum frühzeitigen Ergrauen. Es kommt zu Lymphstauungen, dadurch besteht eine starke Neigung zur Fettleibigkeit. Pantothensäure wird daher auch als "Fitness- und Schlankheits-Vitamin" bezeichnet. Ein Mangel an Pantothensäure erhöht das Risiko für Frühgeburten und verstärkt Wechseljahrsbeschwerden. Beim Mann ist die Beweglichkeit der Spermien und damit die Zeugungsfähigkeit beeinträchtigt.

 

Gute Quellen für Pantothensäure (Vitamin B5) in der Nahrung sind Vollkornprodukte, Fisch, Gemüse, Obst und Milchprodukte.

 

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Vitamin B6 (Pyridoxin)

Vitamin B6 (Pyridoxin) hält die Funktionen des Zentralnervensystems aufrecht. Es reguliert den Haushalt der ungesättigten Fettsäuren und beeinflusst den Stoffwechsel des Cholesterins, der Eiweiße und der Aminosäuren. Es unterstützt die Entgiftungs- und Ausscheidungsfunktionen der Leber und fördert den Stoffwechsel von Muskeln und Haut. Vitamin B6 fördert die Hormonbildung in den Nebennieren und unterstützt die Immunabwehr des Körpers. Vitamin B6 ist für die Bildung der roten Blutkörperchen wichtig, spielt eine wichtige Rolle im Gleichgewichtssystem des Körpers und ist mitverantwortlich für eine gute Potenz. Vitamin B6 reguliert außerdem den Magnesiumspiegel.

 

Bei einem Mangel an Vitamin B6 besteht eine Tendenz zur Fettleibigkeit, Energiemangel und Konzentrationsschwäche. Häufig treten Schreckhaftigkeit, Muskelzuckungen im Gesicht oder in Armen und Beinen auf. Nicht selten kommt es zu Zuckungen beim Einschlafen, Muskelkrämpfen, Schlafstörungen, Nervosität, leichter Erregbarkeit und stechenden Kopfschmerzen. Die Haut ist häufig schuppig und rissig. Es kann eine Immunschwäche mit zum Beispiel immer wiederkehrender Blasenentzündung auftreten. Es besteht eine Neigung zu Schwindelanfällen, Ohrensausen und Reisekrankheit.

 

Gute Quellen für Vitamin B6 in der Nahrung sind Vollkornprodukte, Fisch, Gemüse, Obst und Milchprodukte.

 

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Biotin (Vitamin B8, Hautfaktor)

Biotin hilft bei der Bildung von Enzymen für den Abbau von Kohlenhydraten (Zuckerstoffen) und ist am Aufbau einer Reihe wichtiger Körpereiweiße beteiligt. Biotin hilft bei der Zellteilung und fördert die Einlagerung von Calcium in die Muskelzellen. Es ist verantwortlich für die Gesundheit der Haut, der Nägel und der Schleimhäute. Es schützt die Haare vor dem frühzeitigen Ergrauen.

 

Bei einem Mangel an Biotin treten häufig Müdigkeit, nervöse Übererregbarkeit und Kopfschmerzen auf. Die Zunge kann weißlich oder gelblich-fleckig belegt sein. Manchmal nimmt auch der Geschmackssinn ab. Auf der Haut bilden sich feine Schuppen, später schuppige Hautentzündungen an Armen, Händen und Beinen. Die Haut wird trocken und verfärbt sich graufahl, ebenso wie die Schleimhäute. Die Nägel verfärben sich schmutzig grau und werden brüchig. Auf der Kopfhaut kommt es zu starker Schuppen- und Krustenbildung, begleitet von starkem Haarausfall. Bei Kleinkindern kommt es im Falle eines Biotin-Mangels zu Entwicklungsstörungen. Es tritt eine allgemeine Schwäche mit fehlender Kontrolle über die Bewegungen des Kopfes auf.

 

Gute Quellen für Biotin in unserer Nahrung sind Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen und Erbsen, Vollkorngetreide, Vollkornreis, Nüsse, Sojaprodukte, Gemüse und  Eier.

 

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Folsäure (Vitamin B9)

Folsäure hilft bei der Teilung aller Körperzellen und ist verantwortlich für die Bildung und Erneuerung unserer Erbsubstanz. Folsäure ist beteiligt an der Blutbildung und fördert die Durchblutung der Körpergewebe. Folsäure hilft beim Stoffwechsel von Kohlenhydraten und Eiweißen und fördert im Immunsystem die Bildung von Antikörpern, die Infektionen bekämpfen. Die Folsäure steuert das Wachstum der Haare und Nägel, außerdem stimuliert sie die Wundheilung. Folsäure ist für eine regelmäßige Periode der Frau von herausragender Bedeutung. Sie schützt das Ungeborene vor Missbildungen und fördert das Knochenwachstum. Beim Mann fördert die Folsäure das Wachstum der Spermien.

 

Bei einem Mangel an Folsäure treten Veränderungen der Schleimhaut in der Mundhöhle und im Magen-Darm-Trakt auf. Diese führen zu Durchfällen und Störungen der Nährstoffaufnahme. Die Zunge ist erdbeerrot und glatt und weist eine glänzende Oberfläche auf. Es kommt zur Blutarmut. Außerdem können Schwindel und Atemnot auftreten. Ein Folsäuremangel führt zu einer allgemeinen Abwehrschwäche mit Neigung zu Infektionen und Allergien. Es kann zum Haarausfall kommen, an der Haut können sich Ekzeme bilden. Der Menstruationszyklus ist unregelmäßig, die Empfängnisbereitschaft der Frau nimmt deutlich ab. Fehlgeburten und Missbildungen, insbesondere der offene Rücken (Spina bifida) treten deutlich häufiger auf. Beim Mann führt ein Folsäuremangel zu einer schlechten Samenqualität.

 

Gute Quellen für Folsäure in unserer Nahrung sind Salate, grünes Gemüse, Vollkornprodukte, Milch und Eier.

 

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Vitamin B12 (Cobalamin)

Vitamin B12 (Cobalamin) ist für die Bildung der roten Blutkörperchen verantwortlich. Es ist am Aufbau von Eiweißen, insbesondere im Nervensystem, beteiligt. Es beeinflusst die Regeneration der Zellen und ist für den Informationsaustausch zwischen den Zellen wichtig. Vitamin B12 ist für die psychische Ausgeglichenheit von Bedeutung. Es steigert bei einseitig ernährten Kindern das Wachstum, das Wohlbefinden, die Körperkraft und den Appetit. Vitamin B12 begünstigt eine regelmäßige Periode der Frau und fördert die Bildung der Spermien beim Mann.

 

Bei einem Mangel an Vitamin B12 tritt eine Reifungsstörung der roten Blutkörperchen mit starker Blutarmut auf. Dadurch kommt es zu Müdigkeit, Leistungsschwäche, Vitalitätsverlust, Atemnot, Herzklopfen und blassgelber Verfärbung der Haut. Die Mundschleimhaut wird blass bis gelblich, der Appetit  nimmt ab, es besteht eine Neigung zu Übelkeit und Durchfällen. Es entsteht eine schmerzhafte Entzündung der Mundschleimhaut und der Zunge mit Bläschenbildung und starkem Zungenbrennen. Durch einen Mangel an Vitamin B12 ist die Bildung der Nervenschutzsubstanz Myelin vermindert. Dadurch kann es zu Störungen der Kontrolle über die Darm- und Blasenfunktion, zu Kopfschmerzen, Rückensteifheit und Ischiasbeschwerden, Schwierigkeiten beim Gehen und in schweren Fällen zu Lähmungen kommen. Häufig bestehen auch depressive Verstimmungen und eine psychische Labilität. Bei der Frau nimmt die Empfängnisbereitschaft ab, beim Mann werden zu wenige Spermien gebildet.

 

Gute Quellen für Vitamin B12 in unserer Nahrung sind Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Eier.

 

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