Was trägt zu unserer unzureichenden Vitalstoff-Versorgung bei?

- Industrielle Nahrungsmittelproduktion - Kunstdünger, Pestizide, Herbizide, Insektizide, Massentierhaltung usw.
- Verarbeitete Nahrungsmittel - künstliche Konservierungs- und Farbstoffe, sonstige Zusatzstoffe, Bestrahlung usw.
- Vitamineinbußen von Lebensmitteln durch lange Transportwege, Lagerzeiten, wie auch durch Schälen, Erhitzen und zu langes Kochen
- Einseitige Ernährungsgewohnheiten - Übermaß an Fett, Eiweiß und Zucker;
- Diäten, Fastenkuren, Kantinenessen, zu wenig frisches Obst und Gemüse, zu wenig Milch und Milchprodukte usw.
- Genussmittel wie Tabak, Alkohol, Kaffee, schwarzer Tee
- Fehl- und Mangelernährung im Alter

- Beruflicher und emotionaler Stress - Doppelbelastung durch Beruf und Haushalt
- Schlaf- und Bewegungsmangel
Natürliche Umweltfaktoren mit gesundheitsgefährdendem Potential:
- Die Belastung der Haut mit ultravioletter Strahlung nimmt durch die Verminderung der schützenden Ozon-Schicht der Atmosphäre und den Ferntourismus immer weiter zu. Die kosmische Höhenstrahlung führt bei Flugzeugbesatzungen und Vielfliegern auf Langstrecken zu einer ähnlichen Strahlenbelastung wie bei Beschäftigten in Kernkraftwerken.
- Umweltbelastungen durch Abgase, Ozon, Elektrosmog, Pestizide, Dioxine, Formaldehyd (in Möbeln, Verkleidungen, Bodenbelägen, Tabakrauch, Textilien), Benzol (in Farben, Lacken, Kleber, Autoabgasen), Schwermetalle (z. B. Quecksilber, Blei, Cadmium) usw.
Umweltbelastungen stellen eine besondere Gefahr für die Gesundheit dar. So bilden Schadstoffe in unserem Organismus große Mengen sogenannter freier Radikale, die zu ausgedehnten Schäden der Zellen des Körpers führen können.
Unsere Lebensmittel sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren
Das Lebensmittelangebot in den hochentwickelten Industrienationen ist ausgesprochen reichhaltig und vielfältig. Leider reicht eine ausgewogene, vollwertige Ernährung allein heutzutage aber nicht mehr aus, um eine optimale Vitalstoffzufuhr zu sichern. Untersuchungen zeigen, dass sich Qualität und Nährstoffdichte vieler Lebensmittel in den letzten Jahren dramatisch verschlechtert haben. Unsere Landwirtschaft hat mit ihrer starken Überdüngung die Böden ausgelaugt. Auch der saure Regen wäscht wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente aus dem Boden. Durch Überzüchtung, Überdüngung und künstlich veränderte Lebensbedingungen wachsen die Pflanzen immer schneller. Darüber hinaus werden Früchte in den südlichen Ländern meist in unreifem Zustand geerntet. Wir wissen heute, dass Pflanzen der Vitamine erst in der letzten Reifungsphase den größten Teil der Vitamine bilden und Mineralstoffe sowie Spurenelemente einlagern. Zu diesem Zeitpunkt befinden sie sich jedoch bereits auf dem Weg in unsere Supermärkte. Die Pflanzen haben also keine Zeit mehr, ausreichend Vitamine herzustellen sowie Mineralstoffe und Spurenelemente aufzunehmen. Der Vitalstoffgehalt unserer Lebensmittel ist also vom Optimum weit entfernt.
Es ist deshalb auch nicht verwunderlich, dass beispielsweise Brokkoli heute etwa ein Drittel weniger β-Carotin und nur noch halb soviel Folsäure, ein Apfel sogar etwa 80% weniger Vitamin C enthält als noch vor zehn Jahren.

Auch unser Brot ist nicht mehr das, was es einmal war. Solange unser Brotgetreide überwiegend aus den USA kam, war unsere Versorgung mit vielen lebensnotwendigen Spurenelementen, wie zum Beispiel Selen, gesichert. Jetzt wird unser Brot aus europäischem Getreide gebacken, das auf armen, ausgelaugten Böden wächst. Lebensnotwendige Spurenelemente sind kaum noch enthalten. In einigen Ländern hat man das bereits erkannt - beispielsweise wird in Finnland dem Dünger das Spurenelement Selen zugesetzt. In Deutschland sind wir davon leider weit entfernt.
Unser Vitalstoff-Bedarf ist noch der gleiche wie in der Steinzeit
Übersehen wird häufig auch, dass unser Stoffwechsel genetisch noch immer an die Ernährungsgewohnheiten des Sammlers und Jägers der Steinzeit angepasst ist. Das Optimum der Vitalstoff-Zufuhr muss sich also an der Versorgung des Steinzeitmenschen orientieren. Die Ernährung unserer Vorfahren blieb über ungefähr 4,5 Millionen Jahre weitgehend unverändert. Unsere Erbanlagen sind noch die gleichen wie vor etwa 50.000 Jahren. Aber die menschliche Ernährung hat in den vergangenen 10.000 Jahren dreimal einen grundlegenden Wandel erfahren:
- Mit dem Übergang von Jagen und Sammeln zu Ackerbau und Viehzucht vor etwa 8.000 bis 10.000 Jahren.
- Mit dem Beginn der technischen Revolution und der Verstädterung vor etwa 250 Jahren. Die städtische Bevölkerung baute ihre Lebensmittel nicht mehr selbst an, sondern war davon abhängig, was die Bauern auf dem Markt anboten und welche Lebensmittel sie sich finanziell leisten konnte.
- Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung und dem steigenden Wohlstand in der Zeit seit dem Zweiten Weltkrieg.
10.000 Jahren menschlicher Kulturgeschichte stehen 4,5 Millionen Jahre biologische Menschheitsentwicklung gegenüber, in denen sich die Ernährung praktisch nicht verändert hat. Anpassungen an veränderte Ernährungs- und Umweltbedingungen vollziehen sich in sehr langen Zeiträumen von Jahrhunderttausenden bis Jahrmillionen. So hat die Entwicklung des aufrechten Gangs etwa 2 Millionen Jahre gedauert. Was sind schon 10.000 Jahre menschlicher Kulturgeschichte angesichts 4,5 Millionen Jahre biologischer Menschheitsentwicklung? Genau 0,23% - also fast nichts! Unser Körper braucht also noch immer die gleiche Menge Vitamine, Mineral- und basische Bioaktivstoffe wie der Mensch in der Steinzeit. Und der hat beispielsweise etwa zehnmal mehr Vitamin E, achtmal mehr Vitamin C, fünfmal mehr Vitamine des B-Komplexes und viermal mehr Selen mit seiner Nahrung zu sich genommen als wir heute.
Vergleich der Vital- und Bioaktivstoff-Versorgung früher und heute
Nähr-, Vital- bzw. Bioaktivstoff | Steinzeitmensch | Europäer heute |
Energiebedarf | ca. 5.000 – 6.000 kcal | 2.200 – 2.500 kcal |
Eiweißanteil an der täglichen Nahrungsenergie | 30 – 35% | 15 – 20% |
Fettanteil an der täglichen Nahrungsenergie | 20 – 25% | 35 – 40% |
Anteil der mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Omega-3 und 6) am Fettgehalt der Nahrung | ca. 60% | 10 - 20% |
Anteil der Kohlenhydrate (Zuckerstoffe) an der täglichen Nahrungsenergie | 50 – 60% | 35 – 45% |
Zuckeranteil an der täglichen Nahrungsenergie | 0 – 2% | 15 – 20% |
Vitamin C | 450 – 500 mg | 60 – 80 mg |
Vitamin E | 100 – 120 mg | 10 – 12 mg |
Calcium | > 1.500 mg | 600 – 800 mg |
Selen (lebensnotwendiges Spurenelement) | 300 – 400 µg | 30 – 40 µg |
Ballaststoffe | > 100 g | 15 – 20 g |
Säure-Basen-Verhältnis der | Basenüberschuss | Säureüberschuss |
Trotz der in unserer Gesellschaft weit verbreiteten Überernährung erhält unser Organismus durch die Nahrung also nur noch einen Bruchteil der Vital- und Bioaktivstoffe, die er eigentlich benötigt. Unser Körper ist in den 4,5 Millionen Jahren Menschheitsentwicklung an eine erheblich höhere Zufuhr an Vital- und Bioaktivstoffen gewöhnt. Wegen unseres deutlich geringeren Kalorienbedarfs und der sich ständig verschlechternden Qualität unserer Lebensmittel können wir unseren Vitalstoffbedarf mit der täglichen Kost allein nicht mehr decken.






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