Sekundäre Pflanzenstoffe (Phytamine)
Bei den sekundären Pflanzenstoffen, die manchmal auch als „Phytamine“ bezeichnet werden, handelt es sich um eine neue Generation von Vitalstoffen.
Lange Zeit ging man davon aus, dass die Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Ballaststoffe sowie die Enzyme die alleinigen Ursachen für die gesundheitsfördernde Wirkung einer überwiegend pflanzlichen Kost sind. Heute wissen wir, dass in den pflanzlichen Nahrungsmitteln weitere Stoffe enthalten sind. Unser Körper benötigt diese Stoffe dringend, kann sie selbst aber nicht herstellen. Man nennt diese Substanzen „sekundäre Pflanzenstoffe“. Zur Zeit sind etwa 12.000 verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe bekannt. Fast täglich kommen neue hinzu.
In den USA gibt es seit etwa 10 bis 15 Jahren groß angelegte Forschungsprojekte über diese sekundären Pflanzenstoffe. Ein Teil der positiven gesundheitlichen Wirkungen von pflanzlicher Kost wird durch diese sekundären Vitalstoffe hervorgerufen. So haben amerikanische Forscher kürzlich herausgefunden: Der in Sojaprodukten vorkommende sekundäre Pflanzenstoff Genistein und die so genannten Isoflavonoide und Lignane haben eine ähnliche Wirkung wie die körpereigenen Östrogene.
Hier lohnt sich ein Blick nach Asien. Dort sind Sojaprodukte und Spirulina-Algen neben Reis wichtige Grundnahrungsmittel. Wechseljahrsbeschwerden, die wir in Europa und Nordamerika mit künstlichen Hormonen behandeln, treten in Asien interessanterweise in deutlich geringerem Umfang auf. Verzehrstudien zeigen, dass Frauen in den westlichen Ländern täglich nur rund 5 mg der auch als „Phytoöstrogene“ (pflanzliche Östrogene) bezeichneten sekundären Pflanzenstoffe zu sich nehmen, während die Nahrung von Asiatinnen pro Tag etwa 45 mg davon enthält.
Wissenschaftliche Studien konnten inzwischen eindeutig belegen, dass diese sekundären Pflanzenstoffe Wechseljahrsbeschwerden erheblich lindern können. Und das ohne die Nebenwirkungen der künstlichen Hormone! Darüber hinaus haben mehrere klinische Studien in Europa und den USA gezeigt, dass die Soja-Phytoöstrogene den Cholesterinspiegel und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken können.
Die organischen Schwefelverbindungen (Sulfide), die unter anderem in Knoblauch, Zwiebeln, Schnittlauch und in Gemüsen der Kreuzblütler-Familie (Brokkoli, Blumenkohl, Rosenkohl, Kohlrabi) vorkommen, halten die Blutgefäße frei von Verkalkungen, verdünnen das Blut und sind darüber hinaus sogar in der Lage, Bakterien abzutöten.
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